13. September 2019 – 18.00 Uhr
Völkerkundemuseum der Universität Zürich

Raum im Wandel: Chinesische Perspektiven

Die früher dominante Denkweise, „Raum“ sei eine a priori vorgegebene, feststehende Struktur, scheint in den meisten geisteswissenschaftlichen Arbeiten zur Raumfrage weithin aufgegeben worden zu sein. Stattdessen tritt in verschiedensten geistes- und sozialwissenschaftlichen Einzeldisziplinen und ihren jeweiligen Ansätzen zunehmend die Vorstellung zu Tage, Raum werde in vielfältigen Wechselwirkungen ständig transformiert und umgestaltet, ja sogar durch solche erst geschaffen. Einhergehend mit dem Wandel der Auffassungen und Konstruktionen von der nur scheinbar unproblematischen, „physikalischen“ Kategorie des Raumes entsteht die keineswegs triviale Herausforderung, die Grenzen des kulturellen, aber auch jene eines erkenntnistheoretischen Relativismus erneut zu bestimmen. Vor diesem Hintergrund stellt das vergangene und gegenwärtige China ein ebenso spannendes wie lehrreiches Beispiel der Dynamik von Raumproduktion und Raumgestaltung und eine Kontrastfolie zu europäischen Raumverständnissen dar.

mehr weniger

Aus der gebotenen, erfahrungsgemäss für einer analytische Gesamtschau förderlichen Distanz, möchten wir uns dieser Dynamik in einer Reihe von transkulturell und transdisziplinär gestalteten Auseinandersetzungen stellen. In Form von zwei Podiumsdiskussionen soll versucht werden, Prozesse des Raumwandels in China zu betrachten und einer Reihe von vergleichenden Reflexionen zu unterziehen. Die Teilnehmer der Podiumsdiskussionen werden das Thema hierbei aus der Perspektive der Chinawissenschaften, Sozialwissenschaften, Geographie, Kunstgeschichte, Architektur, Sprachwissenschaften und Philosophie beleuchten.

Moderiert werden die Diskussionen von Polina Lukicheva (M.A., Sinologie und Kunstgeschichte, UZH) und Wolfgang Behr (Professur Traditionelles China UZH), Mitarbeitende des SNFProjektes "Der Himmel hat von sich aus keine Ordnung des Vorne und des Hinten Begriffsgeschichtliche Studien zur Herausbildung der Kategorie des Räumlichen in chinesischen Texten des 17. Jahrhunderts".

Serie: Raum – Espace

Zwei Podiumsdiskussionen im Völkerkundermuseum der Universität Zürich im alten Botanischen Garten (Pelikanstr. 40)

13. und 14. September 2019, jeweils 18:00 bis 20:00 Uhr

In Form von zwei Podiumsdiskussionen werden Prozesse des Raumwandels in China betrachtet und einer Reihe von vergleichenden Reflexionen unterzogen. Das vielschichtige Thema wird hier­bei von Expertinnen und Experten aus der Perspektive der Chinawissenschaften, Sozialwissenschaften, Geographie, Kunstgeschichte, Architektur, Sprachwissenschaften und Philosophie beleuchtet.

Erstes Gespräch: "Soziale, kulturelle und wirtschaft­liche Dimensionen
des Raumwandels im China"
Zweites Gespräch: "Raumbegriffe und Begriffsräume in China: Erfahrung,
Vorstellung und Repräsentation von Raum"

Beteiligte Gesellschaften