14. November 2019 – 13.00 Uhr
Fachhochschule St.Gallen, Rosenbergstrasse 59, Raum 027

Soziale Arbeit und Raumentwicklung - Perspektiven, Prozesse und Positionierungen

Räumliche Entwicklungen führen zu sozialen Veränderungen. Das zeigt sich beispielsweise bei baulichen Verdichtungen oder Quartieraufwertungen und ihren Konsequenzen für das Zusammenleben. Treten negative Auswirkungen räumlicher Planung auf, wie Nutzungskonflikte im öffentlichen Raum oder Verdrängungsprozesse von Bevölkerungsgruppen aus Quartieren, gelangt deren Bearbeitung in das Aufgabengebiet Sozialer Arbeit: Sie ist aufgefordert, negative Folgen abzufedern und Konflikte zu lösen. Ein solches Verständnis von nachträglicher Problembewältigung und von Sozialer Arbeit als «Symptombeheberin» greift jedoch zu kurz und zu spät. Es vernachlässigt Einflussmöglichkeiten bereits in der Planung räumlicher Entwicklungen. Wie kann die Expertise Sozialer Arbeit stattdessen frühzeitig in Planungsprozesse eingebracht werden? Eröffnet eine sozialräumliche Perspektive, die soziale und räumliche Prozesse in ihren Wechselbeziehungen in den Blick nimmt, ein erweitertes Verständnis von Sozialer Arbeit als Akteurin der Raumproduktion? Falls ja, welche Rollen- und Aufgabenveränderungen für Soziale Arbeit einerseits und für räumliche Planung andererseits hätte dies zur Folge?

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© FHS St.Gallen
© FHS St.Gallen

Diesen Fragestellungen wird an der Veranstaltung in Form von Thesen und mit Bezug zu sozialräumlichen Forschungen des Instituts für Soziale Arbeit und Räume (IFSAR) der FHS St.Gallen nachgegangen. Die Thesen werden von Vertreterinnen und Vertretern aus Forschung und Praxis der räumlichen Planung und der Sozialen Arbeit kommentiert und zur Diskussion gestellt.

Die Veranstaltung richtet sich an eine interessierte Fachöffentlichkeit respektive an Akteurinnen und Akteure aus den Bereichen Soziale Arbeit, Raumentwicklung, Politik, Verwaltung und Forschung. Sie wird von der FHS St.Gallen in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Soziale Arbeit (SGSA) organisiert und ist Teil der Veranstaltungsreihe «Raum – Espace» der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW).

Serie: Raum – Espace

Die Veranstaltung umfasst drei Teile: 

1) Kurze Einführung in die Thesen durch das IFSAR-Team (ca. 45')

2) Kommentare der eingeladenen Fachpersonen (ca. 15' pro Kommentar)

Pause 

3) Publikumsdiskussion (ca. 90') unter der Leitfrage: Was bedeutet das Gehörte für Soziale Arbeit? Welche (neuen) Aufgaben ergeben sich im Kontext der baulichen Verdichtungstendenzen der Schweiz allenfalls für Soziale Arbeit? Und was folgt daraus gegebenenfalls für deren professionelles Selbstverständnis?